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Jo Nattermann

Spitzenrestaurants im Kreis verbessern sich

Ranking: Spitzenrestaurants im Kreis verbessern sich

Kreis Neuwied. Im Kreis Neuwied kann man gut essen gehen. An dieser Einschätzung der Gastronomie-Kritiker hat sich auch für das neue Jahr nichts geändert. Im Gegenteil: Die führenden Häuser an Rhein und Wied steigen in den Restaurant-Ranglisten für 2017 einige Plätze nach oben.

Digital wie in Buchform gibt es mittlerweile zahlreiche und mehr oder weniger seriöse Gourmetführer. Unumstritten die Nummer 1 ist dabei aber der alt ehrwürdige Guide Michelin. Und der führt in diesem Jahr erstmals drei Häuser aus dem Kreis Neuwied auf:

Einziger Sternekoch bleibt Florian Kurz vom „Cocquille St. Jacques“ (Jakobsmuschel) im Parkrestaurant Nodhausen, der die Auszeichnung zum achten Mal in Folge erhalten hat. „Ein gastronomisches Kleinod […] mit sehr feiner Küche“, schwärmen die Kritiker.

Unverändert sieht es in Hardert aus, wo Sergio Corona im Hotel Zur Post kocht. Der ehemalige Sous-Chef von Dieter Müller im mittlerweile geschlossenen Drei-Sterne „Schloss Lerbach“ verwendet nicht die allerteuersten Zutaten und darf sich daher mit dem Bib Gourmand des Michelin schmücken, der für „ein Maximum an Schlemmerei bis 37 Euro“ steht. „Es kann gern alles so bleiben. Wir sind damit sehr zufrieden und die Reservierungsauslastung spricht auch dafür“, freut sich Servicechefin Kerstin Corona.

Neu im Michelin ist Nattermann’s Fine Dining in Vettelschoß. Nachdem Küchenchef Jo Nattermann im vergangenen Jahr mit sechs „Pfännchen“ im Gusto erstmals überregional auf sich aufmerksam machte und diese Auszeichnung für 2017 auch bestätigt bekam, darf er sich nun über einen Michelin-Teller freuen. Dieses neu eingeführte Sigel steht für „eine Küche von guter Qualität“.

Das Symbol, das auch Kurz‘ Zweitrestaurant „Brasserie“ schmückt, „weist die Leser darauf hin, dass bereits die Aufnahme in die Auswahl des Guide Michelin als Zeichen für eine Küchenleistung über dem Durchschnitt zu werten ist“, erklärt dazu das Portal „Restaurant-Ranglisten“, das die Wertungen der sechs bekanntesten Restaurantführer zusammenfasst und nach speziellen Gewichtungskriterien dann eine Hitliste erstellt.

Das Cocquille St. Jacques kommt demnach bundesweit auf Rang 187, was für das Haus eine Verbesserung um 25 Plätze gegenüber dem Vorjahr bedeutet. „Das liegt auch daran, dass 2016 einige gute Restaurant aufgeben mussten“, gibt Küchenchef Kurz fairerweise im Gespräch mit der RZ zu. Sein langfristiger Aufwärtstrend kann damit jedoch nicht erklärt werden: 2011 lag die „Jakobsmuschel“ jenseits der Top 500, vor zwei Jahren dann noch auf Rang 396.

So ist Kurz auch insgesamt zufrieden. Gewundert hat er sich dabei vor allem, dass der sonst so scharfzüngige Gault & Millau nicht nur seine Bewertung bei zwei Hauben und 15 Punkten belassen, sondern auch einen geradezu handzahmen Text geschrieben hat – obwohl Kurz im vergangenen Jahr öffentlich einen anderen Tester gefordert hatte (die RZ berichtete). Dass der Gusto ihn dieses Mal dagegen schlicht vergessen und die Vorjahresbewertung wiederholt hat, amüsiert ihn nur, statt zu ärgern. „Wenigstens waren sie ehrlich und haben es in einem Brief zugegeben“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Jo Nattermann katapultiert sich bei den Restaurant-Ranglisten sogar um mehr als 650 Plätze nach vorn – und hat weitere Ziele: „Wir würden uns über einen Bib und eine Bewertung des Gault & Millau freuen. Aber da für uns unsere Gäste an erster Stelle stehen, wird der Rest von alleine kommen“, ist er überzeugt. Über eine Verbesserung darf sich auch Küchenchef Jürgen Bender im Schloss Engers freuen. Er bekommt im Schlemmer Atlas zweieinhalb statt bisher zwei Kochlöffel und ist damit laut Bewertung auf dem Sprung von einer guten zu einer sehr guten Küche. Der Führer sieht ihn im Kreis Neuwied sogar gleichauf mit Corona auf Platz 2.

Artikel: Rheinzeitung vom 22.01.2017
Redakteur Ulf Steffenfauseweh

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